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KI-Übersetzer - Übersetzung mit künstlicher Intelligenz

08/2022 – Ljubica Negovec

Mensch vs. Maschine: Wie professionell sind KI-Übersetzer?

Google Translate, DeepL und viele ähnliche Tools erobern den Übersetzungsmarkt. Die Zeiten peinlicher Übersetzungsfehler haben sie dank künstlicher Intelligenz längst hinter sich gelassen – zumindest versprechen sie das. Doch kann sich ein professionelles Unternehmen darauf verlassen?

Wir klären, was ein KI-Übersetzer heute bereits leistet und wie dieser Ihnen Zeit und Geld sparen kann – aber auch, wann Sie der KI besser nicht vertrauen sollten.

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Die KI-Übersetzung: ein leistungsstarkes Tool

Die KI-Übersetzung ist die modernste Art der maschinellen Übersetzung (MÜ) und liefert erstaunliche Ergebnisse. Es lassen sich inzwischen ganze Texte übersetzen, ohne dass auf den ersten Blick auffällt, dass eine KI dahintersteckt. Grund dafür ist das maschinelle Lernen – ausgeklügelte Algorithmen geben der KI die Möglichkeit, sich selbst zu verbessern.

Wie funktioniert ein KI-Übersetzer genau?

KI-Übersetzer wurden nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns konzipiert. Sie nutzen ein neuronales Netzwerk, das riesige Datenmengen verarbeitet und die Informationen darin sinnvoll miteinander verknüpft. Mit dieser Vorgehensweise imitiert die KI unser Denken und Lernen. Das Konzept ist ebenso als „Deep Learning“ oder „Neural Machine Translation“ bekannt.

Ein KI-Translator bringt sich also selbst bei, wie er am besten übersetzt. Wie gut das funktioniert, ist abhängig von den Daten, die zum Lernen zur Verfügung stehen. Je größer und verlässlicher die Datenmenge ist, die der KI-Translator bekommt, desto besser sind die übersetzten Texte.

Welche KI-Übersetzungstools gibt es?

Heutzutage gibt es eine stetig wachsende Auswahl an KI-Werkzeugen. Mit den holprigen ersten Gehversuchen der Online-Übersetzer aus den 2000ern haben diese nur noch wenig zu tun, inzwischen leisten sie recht gute Arbeit.

Handy mit geöffnetem KI-Übersetzer von Google

Google Übersetzer

Der Google Übersetzer (engl. Google Translate) ist der Platzhirsch unter den Übersetzungstools und läuft bereits seit 2006. In seinen frühen Tagen sorgte er eher für Belustigung, doch die Qualität hat sich seitdem stark verbessert. Insbesondere, seit vor einigen Jahren eine selbstlernende KI implementiert wurde. Über 100 Sprachen können mit Google Translate übersetzt werden, von Wörtern bis zu ganzen Webseiten – zumindest im Webbrowser Google Chrome.

DeepL (und Linguee)

DeepL ist ein KI-Übersetzer der gleichnamigen Firma aus Köln und kam 2017 auf den Markt. Ein würdiger Herausforderer für den Google Übersetzer: Was Genauigkeit und Qualität angeht, ist DeepL nämlich Spitzenreiter. Das Programm arbeitet ebenfalls mit neuronalen Netzwerken und Deep Learning.

Linguee ist ein Onlinewörterbuch, das neben einzelnen Wörtern auch Satzpaare anzeigt, die so im Netz auffindbar sind. Die riesige Datenbank hinter Linguee war die Trainingsgrundlage für den KI-Übersetzer DeepL.

ModernMT

ModernMT ist eine Open-Source-Software, deren Entwicklung von der EU finanziert wurde. Sie ist besonders bei europäischen Sprachen sehr erfolgreich. Zahlreiche Übersetzungsbüros haben ModernMT im Einsatz. Es zeichnet sich durch zwei Besonderheiten aus:

  • Dokumente werden beim Übersetzen im Ganzen analysiert. Der Kontext entscheidet darüber, wie etwas übersetzt wird.
  • Das Tool lernt mit, indem es von Nutzern Feedback erhält. Nimmt ein menschlicher Übersetzer Korrekturen vor, wendet ModernMT diese Korrekturen beim nächsten Mal selbst an. Kurzum: Mit jedem Text wird der KI-Übersetzer besser.

NLLB-200 von Meta

Ein aktuelles Projekt (2022) stammt vom Facebook-Mutterkonzern Meta: NLLB steht für „no language left behind“, also „keine Sprache wird zurückgelassen“. Das Open-Source-Tool soll zwischen möglichst vielen Sprachen übersetzen, um Menschen weltweit zu vernetzen. Wie der Name verrät, werden über 200 Sprachen unterstützt. Darunter sind auch solche, die bisher nicht oder nur schlecht übersetzt werden konnten, z. B. Kikamba oder Schottisch-Gälisch.

Neben den gerade vorgestellten Übersetzern auf KI-Basis gibt es noch zahlreiche weitere, beispielsweise den Microsoft Translator, MyMemory, PROMT oder Reverso. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Anzahl an Sprachen und dem Funktionsumfang.

Auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten? Eine Liste der besten Übersetzungsprogramme finden Sie in unserem Blogartikel: Die besten Übersetzungstools.

Warum KI-Übersetzungen so überzeugend sind

Ältere Methoden, wie die beispielbasierte und statistische MÜ, übersetzen den Text Wort für Wort oder Phrase für Phrase anhand von bereits vorhandenen Textschnipseln in der Datenbank. Dabei kommen häufig irrsinnige Kombinationen heraus – schließlich spielt der Kontext keine Rolle. Woher soll das System beispielsweise wissen, ob mit „Band“ eine Buchreihe, eine Musikgruppe oder ein Stoffstreifen gemeint ist?

Im Gegensatz dazu ist ein Übersetzer mit KI flexibel und anpassungsfähig. Die KI lernt aus vergangenen Fehlern und bezieht den umliegenden Text mit ein. Aus ähnlichen Beispielen in ihrem Datenschatz schließt sie, was gemeint ist – im Grunde so wie ein Mensch.

Da stellt sich nun die berechtigte Frage…

Zwei Würfel mit Symbolen für Mensch und KI

Kann eine KI so gut wie ein Mensch übersetzen?

Die KI-Forschung hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten große Sprünge gemacht, so viel ist klar. Doch reicht das, um einem menschlichen Übersetzer das Wasser zu reichen?

Nicht ganz – auch wenn das „Nein“ nicht mehr so deutlich ausfällt wie früher. Ein Übersetzer auf KI-Basis hat durchaus seine Vorteile, doch man muss beim Einsatz mit Bedacht vorgehen. Die Vor- und Nachteile gegenüber menschlichen Übersetzern im Überblick:

Vorteile des KI-Übersetzers

Nachteile des KI-Übersetzers

✓ – KI-Übersetzer können schnell große Datenmengen verarbeiten. Hier sind sie dem Humanübersetzer deutlich überlegen, da ihre Rechenleistung immens ist. X – Kulturelle Unterschiede erkennt die KI nicht. Sie weiß nicht, ob eine Redewendung in Land X gebräuchlich und in Land Y verpönt ist. Ein Mensch, der in dieser Kultur aufgewachsen ist, erkennt dieses Manko sofort.
✓ – Terminologie wird immer gleich übersetzt. Mithilfe der richtigen Programmierung muss die KI nicht nachschlagen, welcher Begriff zuvor bereits verwendet wurde. X – Die KI passt ihre Übersetzung nicht an die Zielgruppe an. Sie würde etwa einen Werbetext für ein Jugend-Bankkonto im selben Stil wie einen Fachartikel für Bankberater übersetzen – obwohl sich die Sprache dieser Gruppen grundlegend unterscheidet.
✓ – Eine KI macht keine Flüchtigkeitsfehler und garantiert dadurch immer dieselbe Qualität. Sie kann keinen „schlechten Tag haben“. X – Eine KI kann keine Emotionen weitergeben. KI-Übersetzungen werden einen Kunden weder von Ihrem Produkt überzeugen noch zum Kauf bewegen. Bedeutungen zwischen den Zeilen gehen verloren.
✓ / X – Ein Punkt, der sowohl positiv als auch negativ sein kann: KI-Übersetzer sind immer nur so gut wie die Daten, mit welchen sie gefüttert werden. Gute Daten ergeben gute Übersetzungen – und natürlich umgekehrt.

Kurzum: Eine automatisierte KI-Übersetzung ist schnell, günstig und liefert konstante Ergebnisse, doch Sie sollten vorher gut abwägen, ob die Qualität für Ihren Zweck ausreichend ist.

Doch Vorsicht: Wir raten Ihnen dringend, keinen KI-Übersetzer ohne umfassendes Post-Editing zu nutzen! Warum das so wichtig ist, erfahren Sie jetzt.

Die beste Lösung – Übersetzer mit KI verbinden

Wenn Sie hochwertige Übersetzungen brauchen, die garantiert keine peinlichen Übersetzungsfehler enthalten, muss der Text mindestens einmal durch menschliche Hände gehen. Die Qualität einer KI reicht dafür einfach nicht aus. Rein menschliche Übersetzungen haben allerdings ihren Preis – schließlich absolviert ein guter Übersetzer eine umfangreiche Ausbildung, verbringt Zeit im Ausland, sammelt Fachwissen etc. Nur so kommt ein Text zustande, der wirklich überzeugt.

Sie können jedoch das Beste aus beiden Welten verbinden: Die Arbeitszeit des Humanübersetzers lässt sich verkürzen, indem ein KI-Translator die Vorübersetzung übernimmt. Die Maschine erstellt den groben Entwurf und der Mensch erledigt die Feinarbeit. So gehen Sie sicher, dass die Dokumente einwandfrei übersetzt sind, sparen aber trotzdem Zeit und Geld.

Übersetzung mit geprüfter künstlicher Intelligenz bei ALLESPRACHEN

Als ISO-zertifiziertes Übersetzungsbüro ist unser Qualitätsanspruch besonders hoch. ALLESPRACHEN nutzt für KI-gestützte Übersetzungen daher ein besonderes, selbst entwickeltes Verfahren:

Übersetzungen werden…

von einer eigens trainierten künstlichen Intelligenz vorübersetzt,
anschließend von einem professionellen Post-Editor korrigiert
und zum Schluss durch unsere bewährte Simultanlektur geschickt.

Somit halten wir auch bei Übersetzungen mit KI das 4-Augen-Prinzip ein, welches für die zertifizierte Arbeit nach ISO 17100 und ISO 18587 zwingend erforderlich ist. Sie erhalten Ihre Texte schnell, günstig und in gewohnt hoher Qualität. Mehr dazu erfahren Sie hier:

Mehr zum Post-Editing

Wann ist eine zertifizierte KI-Übersetzung sinnvoll?

Eine Sache wollen wir jedoch noch anmerken: Die Kombination von Übersetzer mit KI ist nicht für alle Textsorten und Unternehmensbereiche geeignet – auch dann, wenn eine zertifizierte Nachbearbeitung stattgefunden hat. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele, wann sich eine KI-Übersetzung eignet, und wann nicht.

Simultanlektor überarbeitet die KI-Übersetzung

In diesen Fällen lohnt sich eine KI-Übersetzung mit Post-Editing

  • bei sehr großen Textmengen, die schnell verfügbar sein müssen – z. B. umfangreiche interne Produktkataloge oder Online-Produktbeschreibungen.
  • bei sich wiederholenden Textpassagen: Dieselbe Textzeile kann einmal, zehnmal oder tausendmal genau gleich übersetzt werden, mit nur minimaler zusätzlicher Berechnungszeit.
  • bei Texten, deren Sprachstil nicht so wichtig ist: beispielsweise interne Dokumente.
  • bei Dokumenten, die aus Kostengründen sonst gar nicht übersetzt würden.

Hier sollten Sie auf einen KI-Übersetzer verzichten

Fazit: Mensch und KI-Übersetzer müssen zusammenarbeiten

KI-Übersetzungstools haben in den letzten Jahren tatsächlich erstaunliche Fortschritte gemacht. Und dieser Trend hält weiterhin an. Eine KI, die wie ein Mensch denken kann, findet man dann aber doch nur in Science-Fiction-Filmen – selbst, wenn eine KI von Google bereits anderes vermuten ließ.

Nichtsdestotrotz bringt ein KI-Übersetzer als Unterstützung für den Menschen klare Vorteile, weswegen auch wir bei ALLESPRACHEN KI-Übersetzungen nutzen. In Verbindung mit unserem bewährten Korrekturprozess ermöglichen wir so schnelle, günstige und hochwertige Übersetzungen für viele Branchen. Wenn Sie Fragen haben oder wissen möchten, ob sich Ihr Dokument für eine KI-Übersetzung mit Post-Editing eignet, kontaktieren Sie uns einfach. Wir beraten Sie gerne!

Bildquellen: © putilov_denis – stock.adobe.com; © dennizn – stock.adobe.com; © Parradee – stock.adobe.com; © fizkes – stock.adobe.com

FAQ – häufige Fragen zur KI-Übersetzung

Wie funktioniert ein Übersetzungsprogramm mit KI?

Ein KI-Übersetzer beruht auf neuronalen Netzwerken, ähnlich dem menschlichen Gehirn. Mithilfe möglichst großer Datenmengen lernt die künstliche Intelligenz selbst dazu (Deep Learning) und schlägt basierend auf dem Gelernten die bestmögliche Übersetzung vor. Je besser die Daten, desto besser das Ergebnis.

Wie kann man eine KI trainieren?

Für das Training einer Übersetzungs-KI sind sehr viele und verlässliche Datenmengen nötig. Nur, wenn der KI hochwertige und umfangreiche Daten zum maschinellen Lernen zur Verfügung stehen, kann sie eine überzeugende Übersetzung erstellen.

Welches ist der beste KI-Übersetzer?

Die bekanntesten und besten KI-Übersetzer sind Google Translate und DeepL, wobei DeepL meist die präziseren Übersetzungen liefert. Viele andere Tools sind ebenfalls schon recht fortgeschritten, z. B. Microsoft Translator, ModernMT oder NLLB-200 der Facebook-Mutter Meta.