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25.09.2014
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Welche Methoden des Dolmetschens gibt es?

Der Beruf des Dolmetschers ist sicherlich die Übersetzersparte, die nach der größten Stressresistenz, der umfassendsten Allgemeinbildung und der schnellsten Reaktions- und Interpretationsgabe verlangt. Jedem Auftrag geht eine lange Vorbereitungszeit mit intensivem Studium der zu behandelnden Materie und dem zugehörigen Fachvokabular voraus und Dolmetschungen, die über mehrere Stunden gehen, können oft sehr anstrengend sein und es nötig machen, dass man im Team mit anderen Dolmetschern arbeitet.

Dabei ist die Aufgabe des Dolmetschers eine sehr verantwortungsvolle: Er muss binnen kürzester Zeit, nicht einfach wörtlich das Gehörte übersetzen, sondern den genauen Sinn der Aussage erfassen und so widergeben, wie es in der Zielsprache am meisten Sinn macht, und das alles unter der Berücksichtigung aller kulturellen Eigenheiten und Gepflogenheiten der beiden Gegenüber.

 

Auch Dolmetscher verfügen über Spezialgebiete

So wie es in der Übersetzung unterschiedliche Textgattungen gibt, gibt es auch im Dolmetsch-Bereich unterschiedliche Methoden und Arbeitsumfelder. Diese lassen sich nicht genau abgrenzen, doch prinzipiell kann man zwischen fünf Dolmetsch-Methoden unterscheiden, die dem/der Jeweiligen Unterschiedliches abfordern:

  • Simultandolmetschen

Das Simultandolmetschen ist die schnellste, direkteste und universellste Art des Dolmetschens und vermutlich das Erste woran man beim Begriff „Dolmetschen“ denkt. Ein Übersetzer, der oft in einer schalldichten Kabine sitzt, übersetzt den Text des jeweiligen Redners in ein Mikrofon, während er über Kopfhörer bereits den nächsten Satz hört und verarbeiten muss.

Der Zeitunterschied zwischen der Originalaussage und der Übersetzung ist hier also minimal und diese Methode ist besonders geeignet für Live-Fernsehsendungen aber auch die langen Debatten bei der UNO oder im EU-Parlament, also vor allem dann, wenn mehr als zwei Kommunikationsparteien involviert sind.  Aufgrund der hohen Konzentration, die diese Art der Dolmetschung erfordert, wird sie häufig im Team durchgeführt.

  • Flüsterdolmetschen

Bei der Flüsterdolmetschung geht es hingegen um einiges persönlicher zu. Hier ist der Übersetzer quasi als persönlicher Begleiter eines Zuhörers oder einer Gruppe von Zuhörern tätig und „flüstert“ Ihnen die Übersetzung, ähnlich wie bei der Simultandolmetschung, zu.

Vor allem bei Besichtigungen von Produktionsanlagen oder Städten, aber auch bei Führungen in Museen bietet sich diese Art der Dolmetschung an. Der Vorteil ist, dass die Möglichkeit besteht, Rückfragen an den Übersetzer zu stellen, was allerdings bedeutet, dass dessen Wissen über das zu besichtigende Objekt weit über das hinaus gehen muss, was von der anderen Partei gesagt wird.

  • Verhandlungsdolmetschen

So wie sich auch die beiden Verhandlungsparteien Schritt für Schritt einander annähern sollen, wird beim Verhandlungsdolmetschen immer Stück für Stück übersetzt. Für gewöhnlich fungiert ein Übersetzer als Vermittler für beide Parteien, die sich üblicherweise am Verhandlungstisch gegenübersitzen, wobei meist größter Wert auf dessen Neutralität gelegt wird. Schließlich geht es um die Wahrung der wirtschaftlichen Interessen beider.

Meist wird, nachdem eine der Parteien ein paar Sätze gesagt hat, dem Dolmetscher die Möglichkeit gegeben, diese zu übersetzen, und der anderen Partei, darauf zu reagieren.  Aufgrund der meist einige Stunden nicht übersteigenden Dauer solcher Verhandlungen, ist es für gewöhnlich ausreichend, einen einzelnen Übersetzer zu beauftragen.

  • Konsekutivdolmetschen

Konsekutivdolmetscher sind  - wenn man so möchte – die Grandes Dames und Grands Seigneurs der Dolmetschung, die vor allem da zum Einsatz kommen, wo es darum geht sorgfältig ausformulierte, große Wortefachgerecht einem fremdsprachlichen Publikum näher zu bringen, also meist bei pompösen Anlässen.

Der Vortragende hält dabei zuerst seine vollständige Rede, während der Dolmetscher sich schriftliche Notizenmacht, aufgrund derer er dann nicht nur den Inhalt, sondern auch die Stilistik und die Betonung der Rede möglichst genau wiedergibt. In diesem Bereich sind neben sprachlichem Geschick auch eine wohlklingende Stimme und ein gewisses dramaturgisches Talent von Vorteil.

  • Gebärdendolmetschen

Weniger gesprochen wird bei einer Gebärdendolmetschung, denn hier geht es darum, Gesagtes in Form von Zeichensprache für ein taubstummes Publikum wiederzugeben und umgekehrt. Wichtig ist dabei vor allem, dass der Gebärdendolmetscher an einem für alle gut sichtbaren Ort steht.  Und Vorsicht! Auch bei der Gebärdensprache kann es, je nach Region und Kulturkreis, mitunter sprachliche Eigenheiten geben.

Egal, wofür ein Dolmetscher gebraucht wird: Wichtig ist, dass es für die Aufgabe auch wirklich qualifiziert ist. Die Zusammenarbeit mit einer Übersetzungsagentur garantiert Ihnen, dass der von Ihnen angeforderte Übersetzer und seine Tauglichkeit auf Herz und Nieren geprüft wurden und sie eine bestmögliche Kommunikationshilfe zur Seite gestellt bekommen.

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