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Körpersprache Tipps und Übungen
05.08.2019
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Körpersprache richtig deuten und einsetzen: Übungen & Tipps

Kommunikation findet nicht nur auf der verbalen Ebene statt, sondern ist ein Zusammenspiel aus Worten, Stimmlage und Körpersignalen. Der nonverbale Part hat dabei den größten Einfluss auf unsere Wirkung nach außen. Wir senden permanent Signale durch unsere Körpersprache aus und kommunizieren so miteinander. Im Folgenden zeigen wir, wie man Körpersprache richtig deuten und einsetzen kann.

Was ist Körpersprache?

Die Körpersprache ist eine Form der nonverbalen Kommunikation, die sich in vielen bewussten und unbewussten Signalen des Körpers ausdrückt. Die wichtigsten davon sind Gestik, Mimik, Körperhaltung und Körperbewegung.

Wie man sitzt, steht und geht, ob man die Schultern hängen lässt, die Beine überkreuzt oder die Arme verschränkt, ob man Blickkontakt hält, wie fest der Händedruck ist und wie das Distanzverhalten zu anderen Menschen ist, verrät sehr viel über die jeweilige Person. Ganz nach der berühmten Aussage des Kommunikationcoswissenschaftlers Paul Watzlawick: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Körpersignale, die mit bloßem Auge erkennbar sind, werden als Makroexpressionen bezeichnet. Die sogenannten Mikroexpressionen hingegen, die ebenfalls einen großen Einfluss auf unser Kommunikationsverhalten haben, können nur mithilfe von Zeitlupen-Aufnahmen oder Filmwiederholungen sichtbar gemacht werden.

Körpersprache lesen und richtig deuten

Es heißt, dass es unmöglich sei, mit dem Körper zu lügen. Sind das Gesagte, der Tonfall der Stimme und die Körpersprache nicht deckungsgleich, lässt das darauf schließen, dass etwas nicht stimmt und die Person unter Umständen nicht die Wahrheit spricht. Nur wenn die nonverbalen Signale zu den Aussagen passen, ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild.

Vor allem die unbewussten Signale des Körpers können in emotionalen Situationen nur schwer kontrolliert werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um kleine Gesten oder Signale des Gesichtes. Oft verrät der Blick, wie eine Person wirklich fühlt; die Augen können sowohl Freude als auch Trauer widerspiegeln und müssen nicht immer zum Gesagten passen.

Körpersignale können jedoch ebenso ganz bewusst eingesetzt werden, zum Beispiel ein Lächeln, ein gezielter Blick, ein fester Händedruck oder eine aufrechte Haltung. Einige Medienprofis und Politiker sind wahre Meister der Kommunikation und setzen Körpersignale gekonnt für ihre Zwecke ein. Nur wer auf die unbewussten Microsignale achtet, kann zwischen den Zeilen lesen.

Die Körpersprache der Hände und Arme – die Gestik

Die Bewegung der Hände, Arme und des Kopfes wird als Gestik bezeichnet und kann ebenfalls bewusst und unbewusst erfolgen. Man kann zum Beispiel ganz bewusst einen festen Händedruck geben. Beim Sprechen gestikulieren die meisten Menschen jedoch vollkommen unbewusst, sogar während sie telefonieren.

Gestik als Teil der Körpersprache
Das Gestikulieren mit Armen und Händen geschieht ganz automatisch während dem Reden.

Wer zum Beispiel ständig an seiner Kleidung fummelt oder mit kleinen Gegenständen spielt, gilt als unsicher oder nervös. Das lässt sich vermeiden, indem man seine Hände bewusst ruhig hält und zum Beispiel bei einem Gespräch übereinander legt. Angela Merkel formt gerne mit den Fingern ein Spitzdach und richtet es auf ihre Gesprächspartner, um ihre Finger und Hände unter Kontrolle zu halten.

Die Arme vor der Brust zu verschränken gilt als klassische Abwehrhaltung und sollte im Gespräch vermieden werden, ebenso wie mit dem Finger auf andere zu zeigen. Ein Reiben der Hände oder des Kinns ist hingegen ein Zeichen der Selbstzufriedenheit, kann jedoch auch als unsympathisch empfunden werden.

Menschen, die sich schämen, versuchen sich instinktiv zu verstecken und benutzen dazu häufig ihre Hände. Vor das Gesicht gehaltene Hände oder ein in die Arme gelegter Kopf deuten also auf große Scham hin.

Die Körpersprache des Gesichtes – die Mimik

Die sichtbaren Bewegungen der Gesichtsoberfläche werden als Mimik bezeichnet und sagen viel über das Empfinden einer Person aus. Ein gewisser Gesichtsausdruck entsteht durch das Zusammenspiel der Gesichtsmuskulatur und wird vor allem durch die Augen und den Mund hervorgebracht. Man geht davon aus, dass es in etwa 3.000 verschiedene Variationen gibt.

Hochgezogene Augenbrauen drücken zum Beispiel Erstaunen aus; wird nur eine Augenbraue gehoben oder ein Mundwinkel nach unten gezogen, wird damit Spott ausgedrückt. Eine gerunzelte Stirn bedeutet Nachdenklichkeit oder Tadel und häufiges Blinzeln deutet auf Nervosität hin.

Pokerspieler versuchen ihre Mimik zu unterdrücken und durch einen möglichst starren Gesichtsausdruck zu verhindern, dass die Mitspieler erraten, ob sie gute oder schlechte Karten haben. Der Ausdruck „Pokerface“ bezeichnet daher ein emotionsloses Gesicht.

Die Sprache der Augen

Die Sprache der Augen richtig zu deuten ist nicht allzu schwierig, denn Blicke verraten meist in Sekundenschnelle, wie eine Person zu einer Sache steht.

Wenn man seinem Gesprächspartner in die Augen schaut, zeugt das von Selbstbewusstsein und man signalisiert damit Interesse. Eine Blickzuwendung bedeutet Aufmerksamkeit und Freundlichkeit und wird nicht zuletzt auch beim Flirten eingesetzt. Ein zu langes Anstarren wird hingegen als aufdringlich empfunden.

Ein Blick sagt viel aus
Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte? Das stimmt, denn die Augen verraten viel über die echten Emotionen.

Wer Blickkontakt meidet, signalisiert genau das Gegenteil, nämlich Desinteresse, Gleichgültigkeit oder Scham. Es heißt nicht umsonst, dass Menschen, die etwas zu verbergen haben oder die Unwahrheit sagen, ihrem Gegenüber „nicht in die Augen schauen können“. Auch ein schnelles, kurzes Abwenden des Blickes während einer Aussage kann einen Lügner entlarven.

Die Körperhaltung

Anhand der Körperhaltung sieht man auf den ersten Blick, wie es um das Befinden einer Person steht.

Eine aufrechte und offene Haltung im Brust- und Halsbereich signalisiert Selbstbewusstsein und Furchtlosigkeit, während herabhängende Schultern und ein zusammengesunkener Rücken auf Trauer, Angst, Schüchternheit oder Kraftlosigkeit hindeuten.

Generell zeugt eine offene und dem Gesprächspartner zugewandte Haltung von Interesse und Sympathie. Wer seine Beine hingegen auf die andere Seite überschlägt, die Arme verschränkt und eine größere Distanz zum Gegenüber wahrt, drückt damit Desinteresse oder sogar Abneigung aus.

Das Distanzempfinden ist jedoch stark kulturell geprägt: In Japan halten die Menschen zum Beispiel einen viel größeren Höflichkeitsabstand zu ihren Mitmenschen ein, während die Europäer offener sind, auch in Bezug auf Berührungen. Das Umarmen oder Küssen von Freunden bei der Begrüßung oder Verabschiedung empfinden Europäer weitgehend als vollkommen normal.

Kommunizieren Männer anders als Frauen?

Nicht nur zwischen den Kulturen gibt es große Unterschiede in der Körpersprache, sondern auch zwischen den Geschlechtern. Meist kann man allein am Gang eines Menschen erkennen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt.

Die Körpersprache des Mannes

Natürlich ist die Körpersprache bei Männern stark typabhängig, dennoch nehmen Männer häufiger dominante Körperhaltungen ein als Frauen. Vor allem im Berufsleben wirkt die Körpersprache des Mannes oft selbstsicherer als jene der weiblichen Kolleginnen.

Männer drücken ihre Stärke zum Beispiel durch einen festen Händedruck und einen selbstbewussten Blick aus. Sie nehmen gerne eine aufrechte und offene Körperhaltung ein, machen sich groß und strecken den Brustkorb heraus. Sie sitzen und stehen oft breitbeinig und beanspruchen beim Gestikulieren häufig mehr Raum als Frauen, wodurch sie präsenter wirken.

Ob ein Mann Interesse an einer Frau hat, kann man ebenfalls sehr gut an seiner Körpersprache ablesen. Er wendet sich dann seiner Gesprächspartnerin zu und neigt Beine, Arme und Schultern in ihre Richtung. Das Spiegeln der Bewegungen des Gegenübers ist ebenfalls ein Signal für Sympathie.

Die Körpersprache der Frau

Die Körpersprache der Frauen ist grundsätzlich weicher und verspielter als jene der Männer und wirkt weniger dominant. Frauen strahlen dadurch mehr Ruhe und Kompromissbereitschaft aus, können aber schneller unentschlossen wirken.

Frauen überschlagen oder kreuzen häufig ihre Beine, sowohl im Stehen als auch im Sitzen. Sie wirken dadurch zwar sehr anmutig, zum Teil jedoch zurückhaltend und distanziert. Beim Gestikulieren beanspruchen Frauen in der Regel ebenfalls weniger Raum.

Beim Flirten nehmen Frauen häufig gezielt Blickkontakt auf, lächeln ihrem Gegenüber zu, werfen ihren Kopf zur Seite, streichen sich die Haare aus dem Gesicht oder berühren ihre Halskette. Auch ein verlegenes Lächeln bei abgewandtem Gesicht gehört zu den Flirtsignalen einer Frau.

Die Körpersprache des Hundes

Nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Tieren, zum Beispiel beim Hund, ist die Körpersprache ein wichtiges Mittel der Kommunikation.

Neben den Lauten wie Bellen, Knurren oder Winseln kommunizieren Hunde sehr viel mit ihrer Körpersprache. Erfahrene Hundebesitzer sind meist in der Lage, die Körpersignale ihres eigenen Haustieres richtig zu deuten. Es gibt jedoch auch einige allgemeine Signale der Hundesprache:

  • Angst: angespannter Körper mit eingeknickten Hinterläufen, eingezogener Rute, rundem Rücken und eng an den Kopf angelegten Ohren
  • Drohung: aufrechte Körperhaltung mit angespannter Muskulatur, aufgestellten Nacken- und Rückenhaare, verengten Pupillen, starr geradeaus gerichtetem Blick und nach hinten gezogenen Mundwinkeln, sodass die Zähne sichtbar sind
  • Freude oder Erregung: Ein Wedeln mit der Rute kann auf eine freudige Erwartung hindeuten oder ein Zeichen der Unruhe sein.
  • Wachsamkeit: spitz nach oben gerichtete Ohren
Das Wedeln mit dem Schwanz ist bei Hunden ein Ausdruck von Freude.

Bei vielen Hunden kann Spielfreude leicht mit Aggression verwechselt werden, vor allem, wenn man das Tier nicht kennt. Wenn ein Hund spielen möchte, ist er oft aufgeregt, bewegt sich ruckartig hin und her, öffnet sein Maul und zeigt seine Zähne, wedelt mit seiner Rute und knurrt zum Teil leise.  Am besten achtet man auf möglichst viele Signale der Körpersprache des Hundes, um den Hund nicht falsch zu verstehen.

Tipps zur Verbesserung der eigenen Körpersprache

Die Mikroexpressionen lassen sich zwar kaum beeinflussen, aber man kann lernen, die bewussten Signale der Körpersprache zu kontrollieren. Die richtige Mimik, Gestik und Körperhaltung können gezielt trainiert und eingesetzt werden. Das beeinflusst in der Regel nicht nur das Kommunikationsverhalten positiv, sondern führt auch zu einer selbstbewussteren Wirkung auf die Mitmenschen.

Zu den häufigsten Fehlern, die bei der nonverbalen Kommunikation gemacht werden, zählen unter anderem das Vermeiden von Blickkontakt, übertriebene Gesten, ein schwacher Händedruck, eine gebeugte Körperhaltung und nervöses Zappeln. Alle diese Signale spiegeln Unsicherheit und ein geringes Selbstwertgefühl wider.

Durch sogenannte „Power Posen“ soll das eigene Selbstwertgefühl gestärkt und psychologische Blockaden überwunden werden. Sie können zuhause geübt werden. Dazu zählen unter anderem:

  • hüftbreit, mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen
  • aufrecht, mit geradem Rücken stehen, sitzen und gehen
  • die Schultern leicht zurücknehmen und den Brustkorb öffnen
  • sich mit offenen Armen oder mit den Händen hinter dem Kopf im Stuhl zurücklehnen
  • die Arme in die Hüften stemmen
  • die Arme in V-Form nach oben strecken

 

Weitere Tipps zur Verbesserung der Körpersprache in Gesprächen sind zum Beispiel:

  • den Kopf gerade halten und nicht zum Boden oder zur Zimmerdecke schauen
  • Blickkontakt mit dem Gesprächspartner halten, ohne zu starren
  • nicken oder kleine zustimmende Gesten machen
  • eine offene und dem Gegenüber zugewandte Körperhaltung einnehmen
  • ein Verschränken der Arme vermeiden
  • auf kleine und dezente Gesten achten
  • ein Händedruck, der weder zu fest noch zu schwach ist

 

Eine gute Möglichkeit, die neuen Körpersignale zu verinnerlichen ist, diese vor dem Spiegel zu üben oder sich selbst während eines Gesprächs auf Video aufzunehmen und hinterher die Körpersprache zu analysieren. Eine selbstbewusste Körpersprache kann im Alltag wahre Wunder wirken und unsere Wirkung auf unsere Mitmenschen wesentlich verbessern.

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