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Wir arbeiten ausschließlich für Firmenkunden. Im Falle, dass Privatpersonen beglaubigte Übersetzungen benötigen, so können Sie über www.gerichtsdolmetscher.at den idealen Übersetzer für sich finden.

Übersetzungsbüro ALLESPRACHEN
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07.08.2014
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Gender-neutrales Englisch

Englisch ist eine Weltsprache, mit der jeder, der international tätig ist, zu tun hat. Seine einfache und logische Struktur macht es leicht zu erlernen und Eigenschaften wie das Nichtvorhandensein eines grammatikalischen Geschlechts und geschlechtsspezifischer Endungen bei Adjektiven vermitteln auf den ersten Blick den Eindruck, man habe es auch noch mit einer äußerst gender-neutralen Sprache zu tun. Tatsächlich aber liegt der (sexistische) Teufel hier im Detail und, will man im Englischen keine starke, unabhängige Frau beleidigen, so gilt es, einige sprachliche Feinheiten zu beachten.

Vor allem in den USA wird seit den 80er-Jahren der Ruf nach mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Sprache immer lauter und die meisten US-Bundesstaaten haben inzwischen Richtlinien zu geschlechtsneutralen Begriffen eingeführt. In Washington liegt gar ein 500-seitiger Gesetzesentwurf zum Thema vor.

Um Ihnen peinliche Ausrutscher am glatten Parkett der politisch korrekten Formulierung zu ersparen, bieten wir hier einige nützliche Tipps und Tricks zu geschlechtsneutralem Englisch:

  • Berufsbezeichnungen

Vor allem im Berufsleben werden große Bemühungen unternommen, die Frau bestmöglich zu integrieren. Während jedoch in der deutschen gendergerechten Sprache, der Fokus vor allem darauf liegt, die Frau in der Arbeitswelt sichtbar zu machen, bemüht man sich im Englischen vor allem Begriffe für Berufsbezeichnungen zu finden, die geschlechtsübergreifend funktionieren und so keines der beiden Geschlechter ausschließen, aber auch nicht hervorheben:

 

DO:        „stewardess“/ „steward“  à „flight attendant

chairman“/„chairwoman“ à „chair“/„chairperson

barman“/„barmaid“ à „bartender

DON’T: Bei Berufen, für die es keine geschlechtsneutralen Überbegriffe gibt, wie z.B. „actor“/„actress“ und „comedian“/„comedienne“, das generische Maskulinum verwenden

  • Anreden

Vorsicht bei der Anrede von Frauen im Englischen! Haben wir im Englischunterricht in der Schule noch gelernt, dass eine verheiratet Dame eine „Misses“ und eine unverheiratete Dame eine „Miss“ ist, und uns oft in Grund und Boden geschämt, weil wir uns mit einer Dame unterhielten, deren Status uns unbekannt war und wir nicht wussten, wie sie denn nun anzusprechen ist, so ist die Zeit nun endlich auf der Seite der Unwissenden.

 

DO:        „Miss“ ist inzwischen sowohl für verheiratete als auch für unverheiratete Frauen als Anrede akzeptiert.

DON’T:Misses“ wird inzwischen oft als veraltet empfunden. Und greifen Sie auf keinen Fall auf die Anrede einer Frau als „Misses + der volle Name ihres Mannes“ zurück. „Mrs. John Smith“ stammt aus einer Zeit, als eine Frau mit ihrem Mann eine Einheit darstellte und keine eigenen Rechte besaß.

 

  • Der Mann und die Menschheit

Ein Dorn im Auge von Anhängern gender-neutraler Sprache sind vor allem die Begriffe „man“, „men“ und „mankind“, wenn verallgemeinernd alle Menschen gemeint sind. Im Altenglischen war „man“ tatsächlich der Überbegriff für „wir“ (Mann) und „wif“ (Frau). Diese Bedeutung hat sich allerdings mit der Zeit verlagert und heute überwiegt eindeutig die männliche Konnotation. Nicht zuletzt wäre eine verallgemeinernde Verwendung von „men“ in vielen Situation sogar fehl am Platz und unfreiwillig komisch, z.B.: „Some men are female!“. (Oder denken Sie bei dieser Aussage nicht als erstes an einen Mann in Damenkleidern?)

 

DO:        Unbedingt „human(s)“, „humanity“ oder „humankind“ vorziehen, wenn man nicht von gestern wirken möchte

 

  • Einzahlpronomen: he, she, it, they?

Vor allem die Beziehung zwischen dem natürlichen und dem grammatikalischen Geschlecht, die in fast allen anderen Sprachen oft für Verwirrung sorgt, ist im Englischen äußerst pragmatisch gelöst. Alles, was nicht menschlich ist, wird mit „it“ bezeichnet“, alles Männliche mit „he“ und alles Weibliche mit „she“. Kompliziert wird es allerdings, wenn man eine Aussage treffen möchte, die sowohl männliche als auch weibliche Personen einschließt, was in öffentlichen Schreiben, Gesetzestexten etc. oft der Fall ist. Es gibt nämlich kein Singularpronomen, dass sich auf beide Geschlechter bezieht, wie das deutsche „man“ oder das französische „on“.

 

Die vorgeschlagenen Lösungsansätze zu dieser Thematik sind so zahlreich, wie die Frage alt und die Debatte hitzig ist:

DON’T: Ca. seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich im englischen Sprachgebrauch die generische Verwendung von „he“ für beide Geschlechter verbreitet. Diese Lösung, die lange Zeit als die richtigste galt, sollte heute allerdings unter allen Umständen vermieden werden.

DO: Eine Lösung, der man in Schriftstücken oft begegnet, die aber optisch etwas unelegant und vor allem sprachlich nur schwer zu bewerkstelligen ist, ist die Verwendung von „he or she“, „he/she“  oder „(s)he“. Mit Ihrer Verwendung liegen Sie, vor allem im öffentlichen Schriftverkehr durchaus richtig. Wer sich jedoch für diesen Lösungsansatz entscheidet, erweckt leicht den Eindruck, zu gewollt politisch korrekt zu sein, und bleibt deshalb dennoch nicht vor Kritik verschont.  Vor allem der Gebrauch von „(s)he“ ist oft ungern gesehen, da aufmerksame Beobachter zu erkennen glauben, dass hier das Weibliche nur in Klammern, also als minderwertig gegenüber dem Männlichen repräsentiert werde.

DO: Manchmal wird auch „one“ verwendet. Diese Lösung ist zwar allgemein anerkannt, ist jedoch leider nicht in allen Fällen anwendbar. Aus dem Satz „Each student should save his question until the end.“ lässt sich nicht „Each student should save one’s question until the end.“ machen. Oft geht mit dem Gebrauch von „one“ auch ein geringer Bedeutungsunterschied einher, z.B.: „One should save one’s question until the end.“ Deshalb wird oft lieber „you“ verwendet, was aber nur bei Anweisungen funktioniert.

( DO ):Die älteste und umstrittenste, aber auch die nützlichste Lösung, ist die Verwendung des sogenannten „singular they“, das uns bereits in der Literatur von Shakespeare und Jane Austen begegnet, aber im 19. Jahrhundert von Sprachkritikern verpönt wurde und auch heute noch, obwohl durchaus gebräuchlich, etwas stigmatisiert ist. Man verwendet dabei einfach das Mehrzahlpronomen „they“ als Singularpronomen, wenn es keine genaueren Angaben zum Geschlecht einer bezeichneten Person gibt, z.B.: „Somebody left theirumbrella in the office. Would they please collect it.“ Diese Version ist vor allem im Britischen Englisch zu Hause. Ihre Akzeptanz reicht jedoch, je nach angewandtem Wörterbuch, von absoluter Ablehnung bis hin zur Empfehlung als bevorzugte Form für geschlechtsneutrale Pronomen.

Es ist also Vorsicht geboten, wenn man seine Geschäftstexte in geschlechtsneutrales Englisch übersetzt haben will, denn der Teufel steckt im Detail. Am besten ist es, solche Texte von einem Muttersprachler bearbeiten zu lassen, der nicht nur in der Sprache zu Hause ist, sondern auch viel Erfahrung mit Textübersetzungen hat und immer über neueste sprachliche Entwicklungen am Laufenden ist. Ihre KundInnen werden es Ihnen danken!

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