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17.05.2017
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6 Facts über die Bibelübersetzung

Vor 1000 jahren waren Menschen, die lesen und schreiben konnten, nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Daher ist auch die Bibel, wie wir sie kennen, lange noch nicht in alle 7097 Sprachen dieser Erde übersetzt worden. Es gibt noch Aufholbedarf. Das hält uns allerdings nicht davon ab, hier ein paar interessante Facts über die Bibelübersetzung zu bringen.

  1. AUSGANGSSPRACHE WAR HEBRÄISCH

    Über Generationen hinweg wurde die Bibel mündlich überliefert und schließlich schriftlich auf Hebräisch fixiert. Es folgten Übersetzungen ins Aramäische, Griechische und Lateinische. Dabei ist jede Übersetzung gleichzeitig eine Neuinterpretation, da nicht nur der literarische Wortlaut der Bibel transportiert wird, sondern auch der theologische Inhalt.

  2. MARTIN LUTHER IST VERANTWORTLICH FÜR DIE DEUTSCHE ÜBERSETZUNG

    Dass wir im deutschsprachigen Raum die Bibel überhaupt verstehen können, haben wir Martin Luther zu verdanken. Seine Bibelübersetzung wird als Reformation bezeichnet. Seine Arbeit begann mit dem Neuen Testament, das er in den Jahren 1521/22 in nur vier Monaten niederschrieb. Dies war ihm nur möglich, da er über hervorragende Griechisch- und Hebräischkenntnisseverfügte und sich zudem als Kind des Volkes verstand. Er wollte eine Bibel für das ganze Volk stiften. Nachdem er das Neue Testament in Rekordzeit übersetzt hatte, brauchte er für die Übersetzung des Alten Testaments ganze 12 Jahre. Die Arbeit wurde im Jahr 1534 vollendet.

  3. DIE KIRCHE WOLLTE KEINE DEUTSCHE ÜBERSETZUNG

    Vor Martin Luther hatte es nie eine geschlossene, allgemein verständliche und frei zugängliche Übersetzung der Bibel ins Deutsche gegeben. Die Texte waren in Griechisch und Lateinisch gehalten – das wollte die Kirche so, und so sollte es nach ihrem Willen auch weiterhin sein. Die Kirche wollte nicht, dass die als gefährlich erachteten Texte ungefiltert von den Christen der damaligen Zeit gelesen wurden, da es ansonsten zu Missverständnissen und eigenwilligen Interpretationenhätte kommen können. Die Kirche wollte sich das Vorrecht, die heiligen Texte persönlich und nach ihrem Ermessen an die Menschen weiterzugeben, selbst vorbehalten.

  4. DIE LUTHERBIBEL BILDET DEN ANFANG DES HOCHDEUTSCHEN

    Bemerkenswert ist außerdem, dass Martin Luther die Bibel nicht in einem Schriftdeutsch verfasste, sondern sich am gesprochenen Deutsch orientierte. Der Text in seiner Bibel ist nicht zum Stilllesen, sondern zum Vortragen gedacht. Damit markierte Martin Luther unbemerkt nichts Geringeres als den Grundstock des Hochdeutschen.


  5. DIE LUTHERBIBEL WIRD GENDERGERECHT MODERNISIERT

    Da sich die Sprache seit dem 16. Jahrhundert stetig weiterverändert hat, wird kontinuierlich daran gearbeitet, die Lutherbibel zu überarbeiten. Ein Punkt, der dem 70-köpfigen Expertenteam dabei sehr wichtig ist, ist die Gleichstellung von Mann und Frau. Zwar wird versucht, möglichst viel von Luthers Sprache zu erhalten, aber die Bibel soll definitiv gendergerechter werden. Dabei soll unter anderem das Wort „Weib“ durch „Frau“ ersetzt werden.

  6. GANZE BIBELN SIND IN 636 SPRACHEN ÜBERSETZT

    Auch abgesehen vom deutschen Sprachraum tut sich in Sachen Bibelübersetzung einiges. Komplette Bibelübersetzungensind schon für 636 Sprachen vorhanden. Neue Testamente wurden bereits in 1442 Sprachen übersetzt und in 1145 Sprachen ist wenigstens ein Buch der Bibel übersetzt. Es bleiben somit 1700 bis 1800 Sprachen, für die ein Bibelübersetzungsprojekt noch angefangen werden muss. Diese rund 1750 Sprachen werden von rund 160 Millionen Menschen gesprochen.

     

    Na, haben Sie diese Fakten zur Bibelübersetzung schon gekannt? Bibelübersetzungen sind keineswegs so langweilig, wie viele denken. Eigentlich ist das Thema sogar sehr spannend und es gibt vieles, das man noch nicht darüber weiß, weil es nicht allgemein bekannt ist und im Religionsunterricht nicht gelehrt wird. Vielleicht konnten wir Ihnen ja den einen oder anderen Punkt davon näherbringen.

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