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25.04.2015
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Wie kulturelle Unterschiede eCommerce Standards schwierig machen

Elektronik, Bücher, Kleidung, Entertainment: Für all das muss kein Kunde mehr in den Einzelhandel gehen. Jedes erdenkliche Produkt lässt sich heute ganz leicht über das Internet ordern – eCommerce sei Dank. Aus Händlersicht gibt es jedoch vor allem bei der Internationalisierung des Angebots kulturelle Unterschiede zu beachten, denn: Die Vorlieben des Publikums können abhängig vom Zielland sehr verschieden sein. Insbesondere, wenn es um das Zahlungsmittelangebot geht.

Standardisierung maximiert die Effizienz jeder Unternehmung. Sie ermöglicht den Transfer von bestimmten Unternehmensbereichen auf neu geschaffene Abteilungen, um so Zeit und Geld zu sparen. Zwei einfache Beispiele sind die folgenden:

  1. Designvorlagen können für verschiedene Webseiten und Unterseiten sowie Shops genutzt werden.
  2. Standardisierte Antworten im Bereich Kundenservice sparen Zeit und können beispielsweise sowohl im Mailverkehr als auch in sozialen Netzwerken genutzt werden.

Einmal angelegte standardisierte Prozesse oder Abläufe sind schnell auf andere Abteilungen übertragbar. Viele Unternehmen nutzen dieses Potenzial und sparen – wer jedoch maximale Professionalität an den Tag legt, merkt schnell, dass Standardisierungen nicht in jedem Bereich möglich sind.

Vor allem eCommerce-Anbieter stoßen an Ihre Grenzen, wenn es darum geht, das Angebot an Zahlungsmitteln zu definieren, denn: Die Präferenzen der Kunden aus Asien, Europa und USA sind hier grundsätzlich verschieden. Wer von einem Markt zum nächsten übergeht und das Zahlungsmittelangebot nicht anpasst, wird schnell merken: Die Verkäufe stagnieren – oder bleiben sogar komplett bei null.

 

VIER ZAHLUNGSMITTEL-GRUPPEN STEHEN ZUR AUSWAHL

eCommerce-Anbietern stehen zahlreiche Zahlungsmittel zur Verfügung, die allesamt (aus Nutzersicht) Vor- und Nachteile besitzen. Während manche von Ihnen besonders sicher und anonym sind, punkten andere mit besonderer Bequemlichkeit. Grundsätzlich unterscheidet man hier zwischen fünf Gruppen:

  • Die Kreditkarte gehört in vielen Onlineshops zum Standard – vor allem VISA, Mastercard und American Express stehen hier zur Auswahl.
  • e-Wallets bezeichnen virtuelle Konten, die mit dem Bankkonto des Nutzers verknüpft sind. Für eine Bezahlung im onlineshop werden keine „realen Bankdaten“ benötigt – die Angabe der Email-Adresse reicht häufig aus. PayPal konnte sich hier in den letzten Jahren als Marktführer hervorheben.
  • Direktüberweisungen werden über landesspezifische Plattformen abgewickelt – für die Nutzung benötigt der Käufer einen Onlinebankingzugang. Der große Vorteil: Im Gegensatz zur herkömmlichen Überweisung geht der Betrag sofort beim Verkäufer ein.
  • Prepaidkarten: Prepaidkarten werden vor allem im Gaming-Bereich eingesetzt, doch auch einige klassische eCommerce-Anbieter bieten sie als Zahlungsmittel an. Gekauft und bezahlt wird die Prepaidkarte an Verkaufsstellen, wie Tabakwarenläden oder Tankstellen. Der abgedruckte Code wird bei Bezahlung angegeben.
  • Eine Zahlung per Vorkasse und Nachnahme ist natürlich auch heute noch möglich. Allerdings nutzen immer weniger Kunden diese Zahlungsoptionen.

Würde es sich nur um diese fünf Gruppen handeln, so wäre eine Kompletteinbindung kein Problem – allerdings existieren innerhalb dieser Gruppen zahlreiche verschiedene Dienste, die sich um landesspezifische Zahlungsmittel erweitern. Kein eCommerce-Anbieter kann demnach alle (weltweit verfügbaren) Zahlungsmittel in den eigenen Onlineshop integrieren.

Eine Auswahl der Kundenfavoriten ist notwendig. Wer bisher nur am eigenen Heimatmarkt agierte, wird mit der bisherigen Auswahl zufrieden sein. Sobald das Angebot jedoch über die Ländergrenzen erweitert wird, ist eine erneute Prüfung notwendig.

 

ANDERE LÄNDER, ANDERE ZAHLUNGSMITTEL

Kulturelle Unterschiede zwischen einzelnen Nationen beeinflussen auch die Zahlungsmittel-Favoriten. Wer sich hier nicht anpasst, macht seine Angebote schnell zu Ladenhütern. Vorsichtig sein, müssen vor allem Anbieter aus den USA und Großbritannien. Hier ist die Zahlung per Kreditkarte gang und gäbe – fast alle anderen Nationen nutzen die Plastikkarte als Zahlungsmittel im Internet nur selten.

Österreich und die Schweiz bilden hier allerdings eine seltene Ausnahme: 34,5 Prozent der Onlinekäufe in der Österreich und 47,7 Prozent in der Schweiz werden mit der Kreditkarte bezahlt. In Deutschland wiederrum steht die Kreditkartennutzung in Onlineshops mit 12,4 Prozent weit hinter PayPal (29,2 Prozent), „auf Rechnung“ (20 Prozent) und Lastschrift (14,5 Prozent).

Das bedeutet: Selbst Nationen, die sehr nah beieinander liegen, sind sich uneinig, wenn es um die beliebtesten Zahlungsmittel geht. Schauen eCommerce-Anbieter nun wenige Kilometer weiter in den Süden, stellen sie fest, dass es sogar noch komplizierter wird: In Italien spielt Bargeld immer noch eine große Rolle. Die Einkäufe in Onlineshops werden hier am liebsten per Nachnahme bezahlt.

Andere Länder, andere Sitten, andere Zahlungsmittel – allen Vereinheitlichungsversuchen zum Trotz, bestimmten kulturelle Eigenheiten der Nationen immer noch maßgeblich die favorisierten Zahlungsmethoden. Das gilt für On- und Offline-Einkäufe gleichermaßen. Für Onlineshopbetreiber ist die Internationalisierung des Angebots eine große Herausforderung. Wer jedoch vorab, entsprechende Analysen in Auftrag gibt oder sich an vorhandenen Studien orientiert, wird auch im Ausland schnell Fuß fassen.

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