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23.06.2014
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When your ink stinks – Warum auch der Text Ihrer Tätowierung fachgerecht übersetzt werden sollte

Tätowierungen sind ein kulturelles Gut, das fast so alt ist wie die Menschheit selbst. Egal ob in Asien, in Australien und Ozeanien, in Afrika oder in Europa: den Körper zu bemalen war immer schon eine Art, sich vor bösen Geistern zu schützen oder seine Zugehörigkeit zu einer Gruppe auszudrücken.

Während unsere Großmütter noch meinten, nur Matrosen und Damen des ältesten Gewerbes der Welt würden sich tätowieren, ist das „Peckerl“ heutzutage längst im Bereich der sozialen Akzeptanz angekommen.

Von sogenannten Tribals über nostalgische Ankermotive aus den 50er-Jahren bis hin zu an den Geometrieunterricht erinnernden Dreiecks- und Quadratmotiven ist heute erlaubt, was gefällt.

Das Unbekannte ist immer aufregend, aber manchmal auch einfach nur falsch!

Ein Trend, der besonders in den letzten Jahren immer stärker zunimmt, sind Tätowierungen mit textlichem Inhalt. Zitate aus Musik und Literatur sowie ganz persönliche Lebensmantras zieren Arme, Beine, Schultern oder Oberkörper und machen aus dem einen oder anderen Freibadbesuch eine kleine Lesereise, die einen mitunter auch in ferne Länder zu transportieren vermag. Denn wem eine Tätowierung in seiner eigenen Landessprache zu wenig aufregend ist, der sucht sich etwas Orientalisches aus.

Noch vor einigen Jahren kannte man vornehmlich das eine oder andere vereinzelte chinesische Zeichen, doch inzwischen sind auch hebräische und arabische Schriftzeichen in Form von Körperbemalung durchaus verbreitet. Die Schönheit dieser Schriftzeichen, die unserem Auge so anders und abstrakt anmuten, wie unsere Schriftzeichen das wohl für einen Asiaten tun, steht außer Frage. Man sollte sich allerdings des Risikos bewusst sein, das man eingeht, wenn man sich tätowieren lässt in einer Sprache, die man nicht einmal lesen kann, und es sollte eine entsprechende Recherche vorangehen.

Ein besonders großer Fehler ist es, einfach ein Zeichen zu übernehmen, über das man zufällig wo gestolpert ist, ohne dessen Bedeutung zu kennen. Man mag es kaum glauben. Doch es gibt mehr Menschen, als man annehmen möchte – in den meisten Fällen wäre dies nämlich gar keine -, die in großen chinesischen Lettern, die Namen von Speisen oder Tieren auf diversen Körperstellen prangern haben.

Ebenso viel Vorsicht ist geboten, wenn man glaubt, sich den Namen eines geliebten Menschen in chinesischen Zeichen tätowieren zu lassen. Tatsächlich gibt es nämlich für die meisten westlichen Namen gar keine Entsprechung im chinesischen Schriftsystem, dass ja nicht wie unseres aus 26 Buchstaben besteht, und es kann sich daher allerhöchstens um eine (mitunter unfreiwillig lustige) Interpretation des Namens handeln.

Das Internet – ihr Freund und Helfer oder Warum schon Gott der Meinung war, dass Babylon bestraft gehörte

Einfacher, sollte man glauben, verhält es sich da mit der hebräischen Sprache, die ja zumindest über ein Alphabet verfügt, das dem unseren, wenn es sich denn auch um eine andere Schrift handelt, doch zumindest ähnlich ist. In Fragen der Bedeutung, heißt es oft, sollte man doch am besten den nächsten Rabbi konsultieren. Doch was tun, wenn man keinen kennt oder der persönliche Rabbi des Vertrauens gerade keine Zeit hat!? Man konsultiert natürlich ein Internetübersetzungsprogramm!

Das dachte sich zumindest die junge Dame, die sich „Ich liebe [Name des Partners]“ in hebräischen Lettern auf ihren Rücken tätowieren lassen wollte. Stattdessen liest der Hebräischkundige dort heute: „Babylon ist die weltweit führende Wörterbuch- und Übersetzungssoftware.“

Ähnlich heikel sind computergenerierte Übersetzungen ins Arabische, wobei diese nicht unbedingt inhaltlich falsch sein müssen, um einen blöd dastehen zu lassen. Die arabische Schrift wird oft nur von Computern korrekt angezeigt, die auch dementsprechend konfiguriert sind. Andernfalls passiert es oft, dass die Buchstaben eines Wortes einzeln nebeneinander dargestellt werden, und das Wort so in seine einzelnen, zusammenhanglosen Komponenten zerrissen wird.

Ebenso wird die Leserichtung vom Computer oft nicht richtig erkannt und die Schrift wird, wie in einer westlichen Sprache, von links nach rechts angeordnet. Solche Dinge fallen natürlich nur jemandem auf, der auch der arabischen Sprache mächtig ist, und können spätestens im Urlaub in arabischsprachigen Ländern zu erstaunten Gesichtern und Gelächter führen.

Lesen heißt nicht Verstehen

Doch auch, wenn man sich für eine Tätowierung in lateinischer Schrift entscheidet, ist man vor den Tücken der sprachlichen Feinheiten nicht gewahrt. Ein bekanntes Beispiel ist jenes eines jungen US-amerikanischen Popsternchens, das sich wohl selbst gerne als rebellische Blume („rebel flower“) bezeichnet. Von der Romantik der französischen Sprache angetan, hat sich besagtes Sternchen dafür entschieden, sich dieses Credo en français stechen zu lassen und auf ihrem Hals steht nun „rebelle fleur“, was falsch ist, denn im Französischen müsste es eigentlich „fleur rebelle“ heißen.

Nach kurzer Häme in diversen Klatschzeitschriften und Internetforen, verstand sie es dann aber doch noch, aus der Not eine Tugend zu machen und lancierte ein Parfüm mit dem Namen „Reb’l fleur“, das zu einem Verkaufshit wurde und aus einem dummen Fehler ein Trademark machte, das den Mitgliedern der Academie Française die Tränen in die Augen treibt.

Ob eine ähnliche Erfolgsgeschichte in Aussicht ist, für die Dame, die wollte, dass ihr spanisches Motto „Nada sucede por casualidad“ (Nichts geschieht aus Zufall) auch international verstanden würde, bleibt abzuwarten. Leider dürfte ihr Übersetzer der englischen Sprache nicht unbedingt mächtig gewesen sein und sich an ein Übersetzungsprogramm gewandt haben. Auf dem Rücken der Dame steht nun jedenfalls „It swims happens by chance“ (Es schwimmt geschieht aus Zufall), denn das spanische „nada“ bedeutet sowohl „nichts“ als auch „er/sie/es schwimmt“.

Nicht dem Zufall überlassen sollten Sie auch die sprachliche Richtigkeit Ihrer Tätowierung. Gerade bei so einer lebenslangen Entscheidung ist es unabdingbar, sich fachkundig beraten und helfen zu lassen. Bei ALLESPRACHEN arbeiten wir nur mit muttersprachlichen Übersetzern zusammen, die Ihnen garantiert eine richtige Übersetzung liefern, damit Ihre Tätowierung für Sie immer eine schöne Erinnerung und kein Brandmal ist.

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