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23.04.2014
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Warum Rückfragen vom Übersetzer an den Kunden sinnvoll sind

Als Übersetzungsbüro ist man natürlich immer auf der Suche nach neuen, qualifizierten Übersetzern. Solche Übersetzer findet man auf unterschiedlichste Arten, sehr beliebt sind jedoch eigene Plattformen, auf denen sich die Übersetzer sozusagen präsentieren.

Einige dieser Plattformen bieten auch zusätzliche Foren, in denen sich die Übersetzer untereinander austauschen können und beispielsweise bei Unklarheiten von Übersetzungen um Hilfe bitten.

Als Übersetzungsbüro sind diese Foren natürlich oft sehr hilfreich, weil man relativ leicht erkennt, wer sich gut mit der Materie auskennt und wer nicht. Erst unlängst konnten wir hierbei eine Diskussion um den nachstehenden Satz und das Wort „verarbeitet“.

 

„die verarbeiteten Hochleistungs-LEDs schaffen eine Leuchtkraft von 50 herkömmlichen LEDs“

Selbstverständlich kamen sofort Dutzende Vorschläge und Hinweise, beispielsweise wäre „verarbeitet“ mit „reenginereed“ zu übersetzen, was ziemlich sicher eine falsche Übersetzung wäre (aber nicht unmöglich).

So ging es also minuten- und stundenlang hin und her, was in der Übersetzungsbranche eine schier endlose Zeit ist. Als außenstehender Beobachter mit Fachwissen werden einem schnell zwei Dinge bewusst:

Erstens fehlt sämtlicher Kontext, insbesondere der Satz davor. Der Kontext und der vorangestellte Satz könnten aber entscheidend für die richtige Übersetzung sein!

Zweitens sollte man bei Unklarheiten nicht einfach raten, sondern sich idealerweise an den Kunden wenden. Jede Übersetzungsagentur leitet die Rückfragen des Übersetzers gerne an den Kunden weiter.

Das ist schließlich die Aufgabe der Agentur: eine Schnittstelle zwischen dem Kunden und dem Übersetzer zu bilden. Nur durch ein gemeinsames Erarbeiten der Texte, können hervorragende Übersetzungen entstehen.

 

Mögliche Antwort?

Natürlich sollte nun noch geklärt werden, wie das Wort übersetzt werden müsste. Die Vermutung liegt nahe, dass „verarbeitet“ hier nur als eine Art Platzhalter eingefügt wurde. In diesem Fall wäre es durchaus nicht ganz verkehrt, den Begriff auszulassen, denn der Satz davor sollte (vermutlich zumindest) klarstellen, um welche LEDs es sich hier dreht.

Das „verarbeitet“ ist (zumindest laut der Vermutung einiger Übersetzer im Forum und auch unserer interner Meinung) eine typisch deutsche Verbindung zweier Sätze, wie es ansonsten auch häufig die Wörter „notwendige“ oder „beschlossene“ tun. Im Englischen würde die Übersetzung nicht darunter leiden, wenn man das Wort auslassen würde.

Empfehlung?

Die Aussage des Satzes sollte im Vordergrund stehen, der Kern des Ganzen. Weshalb eine möglichst eindeutige, klare und knappe Übersetzung am Sinnvollsten sind.

Die Übersetzerin hat sich dann übrigens für „modified“ entschieden, was möglicherweise stimmt, möglicherweise auch nicht. Ein einfacher Anruf oder ein E-Mail an den Kunden wären wohl zielführender gewesen.

Jedem „guten“ Kunden ist bewusst, dass dem Übersetzer nicht daran gelegen ist, den Kunden mit Rückfragen zu nerven. Rückfragen dienen der Abklärung von Unklarheiten und führen zu einer erfolgreichen und gelungenen Zusammenarbeit.

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