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26.06.2015
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Online-Übersetzer: Ist das Lernen von Fremdsprachen mittlerweile unnötig?

Übersetzungshomepages und entsprechende Apps für Smartphones und andere Endgeräte erleichtern uns die interkulturelle Kommunikation und den Umgang mit fremdsprachiger (Fach-)Literatur. Bedeutet das jedoch, dass das Erlernen einer Fremdsprache nun überflüssig ist?

FORTSCHRITT VERSUS TRADITION

Google Translate und iTranslate gehören derzeit zu den meistgenutzten Übersetzungs-Apps. Unzählige Nutzer greifen auf die Anwendungen zurück, wenn es darum geht, sprachliche Barrieren zu überwinden und interkulturelle Konversation zu betreiben. Spracherkennung und -ausgabe sorgen heutzutage dafür, dass ganze Gespräche mithilfe der Translation-Apps möglich sind. Auch die Echtzeit-Übersetzung von Text mithilfe der Smartphone-Kamera ist neuerdings möglich. Das Erlernen einer Fremdsprache wird damit unnötig – oder doch nicht?

Experten antworten auf diese Frage mit einem eindeutigen „Nein“. Zwar sind die Apps in der Lage, Gesagtes und Geschriebenes zu erkennen und in eine andere Sprache zu übersetzen – sprachliche Feinheiten, Wortbedeutungen und Zusammenhänge bleiben dabei jedoch häufig auf der Strecke. Der größte Schwachpunkt der Programme: Sie können Wörter und Phrasen nicht interpretieren.

In jeder Sprache dieser Welt gibt es Wörter mit einer ganz eigenen Bedeutung. Oft ist das Gesagte noch lange nicht das Gemeinte.   Während der Schüler einer Fremdsprache diese interpretatorischen Feinheiten von Anfang an erlernt, sind sie der Übersetzungsmaschine unbekannt. Das Ergebnis sind häufig Übersetzungen, die der Gegenüber zwar versteht, ihn jedoch oft zum Schmunzeln oder Stirnrunzeln bringen. Eine natürliche, fließende und kulturell übergreifende Unterhaltung ist auf diesem Wege nicht möglich. Gleiches gilt für die Text-Erkennung und -Übersetzung mittels der Smartphone-Kamera. Diese Funktion besitzt der Google Übersetzer seit einem Update, das Anfang 2015 auf den Markt kam. Die vom Programm erstellten Übersetzungen sind zwar (meist) verständlich, selten jedoch orthografisch und grammatikalisch korrekt. Hier gilt das allseits bekannte Motto „Eher schlecht als recht“.

SMARTPHONE UND CO.: BARRIEREN EINER NATÜRLICHEN KONVERSATION

Ein weiterer Schwachpunkt von Online-Übersetzern im Hinblick auf die Natürlichkeit der Konversation ist die Tatsache, dass sich die Teilnehmer in der Regel zwar gegenüber stehen, aber dennoch permanent in ein Smartphone oder Tablet sprechen beziehungsweise Eingaben machen und auf die entsprechenden Ausgaben warten. Dadurch wird der natürliche Fluss einer Unterhaltung fortlaufend gestört. Das Ergebnis ist eine künstliche (um nicht zu sagen mechanische) Unterhaltung, die zwar zum Austausch von Informationen reicht, jedoch nicht imstande ist, Emotionen und Sympathien zu übermitteln. Auch der Faktor Humor wird bei der maschinellen Online-Übersetzung in der Regel eher stiefmütterlich behandelt. Lediglich die Skurrilität der Situation – nämlich dass man sich mithilfe von technischen Geräten unterhält – weckt Assoziationen an Science Fiction-Klassiker wie „Star Trek“.

Einen Lösungsversuch für dieses Problem lieferte der Online-Konzern Google bereits 2014 mit Google Glass – einem Mini-Computer in Form einer herkömmlichen Brille. Die Besonderheit: Statt auf ein Display starren zu müssen, überträgt die Brille die Informationen zur Übersetzung auf die Gläser und somit direkt vor die Augen des Nutzers, der die Wörter dann nur noch ablesen muss. Doch auch dieses Angebot überzeugt nur schwer im Alltags-Test und macht ein mehrsprachiges Gespräch noch lange nicht fließend und natürlich.

DIE NOTWENDIGKEIT DES ERLERNENS EINER FREMDSPRACHE

Wer beim Lesen eines fremdsprachigen Textes oder einer Unterhaltung gelegentlich ein einzelnes Wort oder kurze Phrasen übersetzt, um den Kontext besser zu verstehen und Missverständnisse zu beseitigen, ist mit der Nutzung von Onlinediensten gut bedient. Die Übersetzung ganzer Passagen oder Gespräche mithilfe eines Online-Übersetzers ist jedoch alles andere als empfehlenswert.

Die Übersetzungs-Programme für Smartphone und Co. kennen zwar zahllose Vokabeln, können diese jedoch in der Regel nicht in einen sinnvollen Zusammenhang bringen. Vor allem zweideutige Phrasen und kulturelle Besonderheiten werden von einem Online-Übersetzer nicht erkannt und daher falsch widergegeben. Wenn Sie eine Sprache einwandfrei verstehen und sich in dieser korrekt ausdrücken wollen, müssen Sie sie weiterhin unbedingt auf dem klassischen Weg erlernen.

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