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Zwei Jugendliche lesen auf dem Laptop und wundern sich

01/2020 –  Sophia Binder

LOKALISIERUNG VON SLANG-WÖRTERN: DAS KANN RICHTIG ÜBEL AUSGEHEN!

Die Lokalisierung der eigenen Inhalte gehört für die sogenannten Global Player zum Alltag – und dennoch ist diese Aufgabe immer wieder eine starke Herausforderung. Problematisch ist die Tatsache, dass es nicht nur um eine „einfache“ Übersetzung geht. Insbesondere die vielen kulturellen Unterschiede, die zwischen den einzelnen Ländern liegen, finden häufig nicht den Weg in die Übersetzung.

Vor allem Slang-Wörtern wird häufig nicht die Beachtung geschenkt, die sie eigentlich verdienen. Slang sieht auf den ersten Blick wie Umgangssprache aus. Dennoch ist es ein Trugschluss, dass sie deshalb bei professionellen Übersetzungen von Unternehmensinhalten keiner Beachtung würdig sind, denn: Wer die vielen Slang-Wörter der Zielsprache nicht kennt, tritt schnell ins Fettnäpfchen:

  • Marken- oder Produktnamen, die einem Fantasiewort entspringen können im Zielland eine (peinliche) Bedeutung haben.
  • Wenn die Bedeutung hier keinen Strich durch die Rechnung macht, kann die Aussprache des Wortes im Zielland ebenso verwirrend sein.
  • Bestimmte Begriffe, die eigentlich etwas „ganz Alltägliches“ bezeichnen, werden in vielen Fällen auch als Slang-Wort für andere Dinge verwendet.

Wer bei der Lokalisierung nicht auf Slang achtet, wird es schnell bereuen. Vor allem professionell auftretende Unternehmen sollten deshalb auf ebenso professionelle Übersetzer setzen oder Übersetzerbüros engagieren, die Muttersprachler beschäftigen. Dass selbst weltbekannte Unternehmen nicht vor derartigen Fettnäpfchen verschont bleiben, beruhigt zwar, peinlich ist es für die Beteiligten dennoch.

Vor allem Pfizer, Gazprom und Mitsubishi haben in ihrer Unternehmensgeschichte zumindest einmal für peinliche Fehler bei der Lokalisierung gesorgt.

 

PFIZERS VIAGRA IN CHINA:
WIE EINE POTENZPILLE ÜBER DIE STRÄNGE SCHLUG

Jeder kennt sie, die blaue Potenzpille Viagra. Entwickelt und vertrieben wird sie von Pfizer, einem US-amerikanischen Pharmaunternehmen. Der Erfolg in der Heimat und in Europa führte schnell dazu, dass der Konzern wuchs und weitere Märkte erschloss. Für China, bekannterweise das bevölkerungsreichste Land der Erde, überlegte sich die Marketing- und Sprachexperten einen neuen Namen: „Wànàikè“ sollte Viagra hier heißen, was frei übersetzt „Gast, der 10.000 Mal Liebe macht“ bedeutet.

Das gesunde Selbstbewusstsein, das Pfizer hier an den Tag legte, kam bei der chinesischen Bevölkerung jedoch nicht gut an. Aufgrund der Lokalisierung des Markennamens war es vielen Käufern schlichtweg zu peinlich, die blaue Pille in der Apotheke zu kaufen.

Eine Afrikanerin ärgert sich.

GAZPROM: DER RUSSISCHE KONZERN BRINGT DEN AFRIKANISCHEN KONTINENT GEGEN SICH AUF

Um seine Dienste auch in Nigeria anzubieten, entschloss sich der russische Gazprom-Konzern für ein Joint-Venture mit einem ansässigen Partner. Der daraus resultierende Name der Zusammenarbeit hätte jedoch bereits im Vorfeld die Alarmglocken läuten lassen sollen, denn: Man entschied sich für „Nigaz“, was eine Kombination aus Gazprom und Nigeria darstellen sollte. Die starke Ähnlichkeit zu „Niggers“, die herablassende Bezeichnung der schwarzen Bevölkerung, führte zu heftigen Protesten.

MITSUBISHI: WIE DER AUTOBAUER DIE SPANISCH SPRECHENDE WELT BELEIDIGTE

Auch Mitsubishi ließ sich für den spanischen Markt eine neue Modellbezeichnung einfallen. Der (damals) neue Geländewagen trug den Namen Pajero – was bei der Lokalisierung jedoch nicht beachtet wurde: Pajero ist in der spanischen Sprache nicht etwa ein Fantasiewort, sondern ein Schimpfwort.

Selbstverständlich wollte kein Spanier den Wagen kaufen, sodass Mitsubishi das Modell in Spanien heute unter dem Namen „Montero“ anbietet.

 

FAZIT:

Diese drei Fälle zeigen beispielhaft, warum Slang bei Übersetzungen eine wichtige Rolle spielt. Professionelle Übersetzer und Vorab-Tests, wie die Lokalisierungsmaßnahmen aufgenommen werden, machen den Markteintritt leichter und vermeiden peinliche Fehler. Das spart nicht nur viel Aufwand und Zeit, sondern auch sehr viel Geld, denn: Nimmt die Zielgruppe die Produkte und Dienstleistungen nicht an, wird die Mission „Expansion“ schnell zum Verlustgeschäft.

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